Frage

Spalt zwischen Bodenplatte Perimeterdämmung

Einsatz: 25 Euro
Status: Frage geschlossen

Sehr geehrte Damen, und Herren,

ich habe folgende Frage:
Bei meinem zukünftigen EFH ohne Keller wurde letzten Dienstag die Bodenplatte hergestellt. Nach 5 Tagen fiel mir nun auf, dass sich zwischen der umlaufenden Perimeterdämmung und der Betonplatte ein ca. 50cm langer Spalt gebildet hat. Der Bauleiter sagt, dass dieser Spalt unproblematisch ist. Ist das wirklich so? Was kann ich dagegen tun?

MfG

Antwort
geschrieben am: 8. August 2007 - 13:14

Der beantwortende Sachverständige ist nicht mehr auf "Frag einen Sachverständigen" angemeldet.

Sehr geehrter Fragesteller,

die folgende Antwort basiert ausschließlich auf den von Ihnen gemachten Angaben.

Eine Perimeterdämmung dient dem Wärmeschutz des Gebäudes. Da es sich um eine geschlossenporige Dämmung handelt, behält diese Dämmung auch bei Einwirkung von Feuchtigkeit ihre dämmende Wirkung, während offenporige Dämmstoffe durch das in den Poren vorhandene Wasser eine deutlich verminderte Wärmedämmung aufweisen. Deshalb wird Perimeterdämmung im erdberührten Bereich, wo zumindest immer mit Bodenfeuchtigkeit zu rechnen ist, eingesetzt. Des weiteren kann die auf der Außenseite einer Kellerwand angebrachte Perimeterdämmung vertikale Abdichtungen gegenüber mechanischen Beanspruchungen (z. B. beim Verfüllen von Arbeitsräumen in Baugruben) schützen. Aufgrund der Tatsache, daß in der Fragestellung nur von einer stirnseitigen Dämmung der Bodenplatte gesprochen wird, wird davon ausgegangen, dass kein Kellergeschoss vorhanden ist. Bei einer so geringen Einbindetiefe in das Erdreich ist das Bauwerk lediglich gegen Bodenfeuchtigkeit abzudichten. In diesem Fall reicht eine horizontale Abdichtungslage unter den aufgehenden Wandbauteilen. Der umlaufende Perimeterstreifen an der Bodenplatte ist hier hauptsächlich zur Verbesserung der wärmetechnischen Eigenschaften des Gebäudes geplant.

Ich gehe weiterhin davon aus, dass der Dämmstreifen an der stirnseitigen Abschalung der Bodenplatte eingelegt wurde und einfach dagegen betoniert wurde.

Der nun sichtbare Spalt resultiert aus dem Schwinden des Betons beim Abbinden. Grundsätzlich sollte die Dämmung so fest mit der Bodenplatte verbunden sein, daß sie beim Verfüllen des Arbeitsraumes ausreichend lagegesichert ist. Sollte sich die Dämmung großflächig ablösen, sollte eine Nachklebung mit einem geeigneten Klebstoff (zumeist bituminös) vorgenommen werden. Nach Verfüllen des Arbeitsraums sorgt der Erddruck dafür, daß ein Anpressen der Dämmung sichergestellt ist.

Sollte es sich auch bei einem einige Wochen alten Beton nur um einen 50 cm langen Spalt handeln, erscheinen weitere Maßnahmen unnötig. Aus den oben dargelegten Gründen sollte jedoch bei einer größeren Ablösung Nacharbeiten vorgenommen werden.

Ich hoffe, Ihnen eine erste fachliche Orientierung vermittelt zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Problems von einem Experten zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung der Antwort durch den Fragesteller
5

Diese Antwort hat mir sehr geholfen. Vielen Dank für die Stellungnahme