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Estrich im Keller
Bei meinem Neubau gab es einen heftigen Streit zwischen Estrich-Verleger und Gutachter über die Art, wie der Estrich im KELLER verlegt werden soll.
Daher meine Frage an einen "Estrich-Spezialisten": Ist es sinnvoll, im Keller einen Estrich aus einer Estroperl-Schüttung mit daraufgelegten Fasoperl TS-Platten aufzubauen?
Der Streit geht hauptsächlich um die Fasoperl-Platten, die sich wohl im Schadensfall mit Wasser vollsaugen würden und man dann den ganzen Estrich entfernen müsste.
Vielen Dank
Sehr geehrter Fragesteller,
vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben wie folgt beantworten:
Grundsätzlich handelt es sich bei der von Ihnen beschriebenen Art der Estrichausführung um einen schwimmenden Estrich. Der Aufbau mittels einer Trockenschüttung und einer darauf liegenden Dämmplatte ist nicht ungewöhnlich und entspricht den anerkannten Regeln der Technik. Weiterhin ist davon auszugehen, dass ein bzw. Ihr Keller so gebaut ist, dass keine Feuchtigkeit eindringen kann.
Um hier die Bedenken des Gutachters zu minimieren, sollte auf der Rohdecke eine Feuchtigkeitssperre aufgebracht werden, so dass ggf. aufsteigende Feuchtigkeit nicht in die Schüttung eindringen kann. Da die Schüttung aus Estroperl jedoch nicht wasseraufsaugend ist, besteht nicht das Problem der Feuchtigkeitsaufnahme. Die darauf liegende Dämmplatte Fasoperl-TS aus Mineralfasern sollte zusätzlich mit einer Abdecklage bestehend aus PE-Folie geschützt werden. Da der Einbau von Mineralsfaserplatten unter einem Estrich als Standard gilt, können wir die Bedenken des Gutachters nicht teilen.
Ich hoffe, Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschafft zu haben. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung eine umfassende Prüfung an Hand aller Unterlagen oder einer Begutachtung vor Ort nicht ersetzen kann.
Mit freundlichen Grüßen
Vielen Dank für die rasche und gute Auskunft. Die Argumentation des Estrichlegers (und seines Gutachters) war folgende:
Wenn man statt Mineralfaserplatten Styropor nimmt, kann man, im Falle von Eindringenden Wasser von oben (z.B. defekte Waschmaschine) einfach ein Loch in den Estrich bohren und das Wasser absaúgen. Die Mineralfaserplatten dagegen würden sich vollsaugen und der ganze Estrich müsste entfernt werden.
Über den Mineralfaserplatten wurde aber eine dicke Folie verlegt.
Die Bedenken kommen hauptsächlich daher, weil es sich um Kellerräume handelt, die stärker gefährdet sind als die Wohnräume im OG.
Der Boden ist von unten durch Kisol und Dichtungsschlämme abgedichtet worden.
Wenn ich Sie richtig verstanden habe, ist dann alles richtig gemacht worden??!!??
Vielen Dank
Sehr geehrter Fragesteller,
hier möchte ich Ihnen gerne Ihre Nachfrage zu meiner Antwort beantworten:
Grundsätzlich entspricht der von Ihnen beschriebene Aufbau des Estrichs den anerkannten Regeln der Technik und ist somit nicht falsch.
Auch eine Dämmung aus Mineralfaserplatten kann nach einem eventuellen Wasserschaden trocken gelegt werden.
Bei einem Wasserschaden ist in vielen Fällen die unter dem Estrich liegende Dämmschicht völlig durchfeuchtet und gibt ihre Funktion auf. So ist eine Austrocknung der Dämmschicht über den natürlichen Verdunstungsprozess nicht möglich. Es gibt jedoch Verfahren die trocknen das Wasser in der Dämmschicht, unter dem Estrich schnell und vollständig aus. In den Estrich der vom Wasserschaden betroffenen Räume werden Löcher gebohrt. An diese Löcher wird ein Verdichtungsgerät angeschlossen, welches die Luftfeuchtigkeit in und unter dem Estrich ansaugt. Über die Randfugen an den Raumwänden strömt trockene Raumluft nach und nimmt die Feuchtigkeit des Estrichs auf. Ein Kondensationstrockner sorgt dafür, dass der Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft konstant niedrig bleibt.
Durch diese oben beschriebene und nicht unübliche Variante der Estrichtrockenlegung ist eine Komplettentfernung des Estrichs nicht notwendig.
Ich hoffe, Ihnen damit geholfen zu haben.
Mit freundlichen Grüßen
Diese Antwort hat mir sehr geholfen. Die Erklärung der Sachverständigen hat mir sehr geholfen - und mich sehr beruhigt...


