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Fugenbreiten
Wenn auf einer Terrasse Naturstein- Polygonalplatten - hier die Marke Quarzit Rosa-Gold Nr. 9, 15 - 25 mm stark, bruchrauh -
in ein Mörtelbett verlegt werden, wie breit können dann die Fugen gestaltet werden?
Gibt es dafür eine DIN oder ein sonstiges Mekblatt, das konkret die Fugenbreiten vorgibt oder liegt dies im Ermessen des Verlegers?
Was wäre ein dafür geeignetes Fugenmaterial?
Sehr geehrter Fragesteller,
ich gehe davon aus, dass wir über die normalen Plattenfugen zwischen den Platten sprechen, da Anschlussfugen und Bewegungsfugen anders zu beurteilen sind.
Folgende, maßgebende Regelwerke beschreiben die Ausführung der Naturwerksteinarbeiten:
DIN 18332 (Dez. 2002) - Naturwerksteinarbeiten (VOB-Norm als zusätzliche techische Vertragsbedingung)
Merkblatt "Außenbeläge - Belagskonstruktionen mit Fliesen und Platten außerhalb von Gebäuden" (Oktober 2005) des Fachverbandes des Deutschen Fliesengewerbes
Es gibt auch noch Merk-/Hinweisblätter des Deutschen Natursteinverbandes. Das hierzu neueste "Bodenbeläge" aus 2008 liegt mit z. Z. noch nicht vor.
Die erforderliche Breite der Fugen ergibt sich aus den zulässigen Toleranzen der Plattenabmessungen (Zulässige Tolaranzen +/- 1 mm bis 60 cm Kantenlänge; +/- 2 mm bis 80 cm; +/- 50 mm über 80 cm). Die Fugen sollen diese unvermeidlichen. leicht unterschiedlichen Plattenabmessungen optisch kaschieren. In der DIN 18332, 3.3.2, werden daher 3 mm Fugenbreite bis 60 cm Plattenkantenlänge und 5 mm für größere Plattenlängen angeben. In dem o. g. Merkblatt "Außenbeläge" wird für Belagskonstruktionen im Mörtel-oder Splittbett auf mineralischer Tragschicht bis 15 mm angebenen (bei polygonalen und handbekanteten Platten auch breiter).
Für das Fugenmaterial gibt die DIN 18332 lediglich das Einschlämmen von grauem Zementmörtel an (ggf. mit Trasszement). Im Merkblatt "Außenbeläge" wird für den o. g. Untergrund offene Verfugung, Brechsand, Splitt oder magerer Zementmörtel aufgeführt.
Soviel zu den Formulierungen in den Regelwerken.
Meine Einschätzung zu den Plattenfugen ist folgende:
Wenn Sie die o. g. Plattenlängentoleranzen im Auge behalten sind meines Erachtens 3 mm Fugenbreite bei +/- 1 mm Plattenlängentoleranz optisch unbefriedigend, weil Fugenbreiten von 1 bis 5 mm enstehen können, was bezogen auf die mittlere Fugenbreite von 3 mm Abweichungen von +/- 67 % ausmacht. Bei einer gewählten Fugenbreite von 5 bis 10 mm machen diese Abweichungen nur noch 20-40 % aus in sind optisch erträglicher. Ferner sind bei 3 mm auch kaum noch Splittverfüllungen möglich. Insofern würde ich die Plattenmaßtoleranzen genauer prüfen und dann die Fugenbreite (eher mindestens 5 mm) genauer festlegen.
Die Art der Fugenverfüllung würde ich vom Untergrund und von der Nutzung abhängig machen. Bei Verlegung auf Estrichen und Stahlbetonplatten sind harte, zementöse Fugenmörtel gut vertretbar und insbesondere bei hochwertiger Nutzung (besseres Abfegen/Reinigen, keine Fugenverschmutzung und -erosion, kein Pflanzendurchwuchs)sinnvoll. Je "weicher" der Untergrund ist (mit der Folge von geringfügigen Verformungsdifferenzen mit Rissbildungen bei den o. g. harten Märtelverfugungen)und je mehr die Versickerungsfähigkeit(keine Kummulation von abfließendem Oberflächenwasser)gefragt ist, desto sinnvoller sind offene oder ohne Bindemittel (mit Sand oder Splitt) verfüllte Fugen. Hier besteht aber eben auch eine höhere Pflanzendurchwachsungs- und ansiedlungsgefahr, mehr Erosion durch Fegen und Niederschlage (bei Sand eher noch als bei Splitt) sowie ein höherer Reinigungsaufwand bei in den Fugen eingedrungenen Feinstoffen (Sägespäne, Dreck etc.). Auch sind auf dem Belag bisweilen ggf. störende Splitt- oder Sandreste aus den Fugen anzutreffen (nach Fegen oder bei Überfüllung).
Insofern also Fugenbreite nach Plattenabmessungen und -toleranzen nicht zu knapp anlegen. Fugenfüllmaterial nach Art des Untergrundes, der Nutzung und der weiteren Aspekte (s. o.) festlegen.
Hoffentlich hat es geholfen.
Mit freundlichen Grüßen
Frank Moser
Hallo Herr Moser,
ersteinmal vielen Dank für die Beantwortung meiner Frage. Die Info ist "fast" erschöpfend bis auf eine Restfrage:
Sie schreiben in dem Absatz nach den Normen : Die erforderliche Breite der Fuge.............. auf mineralischer Tragschicht bis 15 mm angegeben ( bei polygonalen und handbekanteten Platten auch breiter )
Und genau dieser Zusatz in Klammer - auch breiter - ist wie zu definieren ???? Welche breite der Fugen sind machbar, wenn die Platten polygonal angelegtwerden ????
Diese Beantwortung - auch breiter - wäre noch sehr wichtig.
Für Ihre Bemühungen besten Dank.
Sehr geehrter Fragesteller,
ihre Nachfrage, die ja eigentlich auf eine maximal zulässige oder hinehmbare Fugenbreite abzustellen scheint, kann ich jetzt auch mit den Formulierungen der Bautechnsichen Information des Deutschen Natursteinverbands zu Bodenbelägen (BTI 1.4 vom Mai 2008) beantworten. Dort heißt es unter 3.2 (Fugen):
"Üblicherweise ist die Breite der mineralischen Mörtelfuge bei gesägten Platten bis 60 cm Kantenlänge etwa 4 mm oder darüber, bei größeren Kantenlängen etwa 5 mm oder darüber. Die Regel-Fugenbreite sollte auch bei unregelmäßigen Plattenbelägen 15 mm nicht überschreiten. Werden die Fugen vergossen oder von Hand verfugt, müssen sie Mindestens 8 mm breit sein."
Wenn Sie alle von mir aufgeführten Regelwerksaussagen zu Fugenbreiten zusammennehmen, dann stellen 15 mm schon die Obergrenze für übliche Fugenbreiten bei üblichen Bodenbelägen dar, von der nur begründet abgewichen werden sollte. Gute Gründe für Überschreitungen wären neben einem ggf. optisch gewollten Erscheinungsbild von sehr breiter Fugen (was dann aber vorher spezifisch zu vereinbaren wäre)in technsicher Hinsicht z. B. außergewöhnlich hohe Ebenheits-,Winkel- und Längen-/Breitentoleranzen bei großen Plattenabmessungen (die man aber auch nachweisbar gegeben sein müssten -> Prüfung der Platten) oder eine geforderte hohe Versickerungsfähigkeit der Belags über die Fugen(welches aber ebenfalls eine vorher festzulegende Eigenschaft darstellt).
Machbar sind also durchaus höhere Fugenbreiten, wobei diese hinsichtliche Wartung/Reinigung (je nach Fugenfüllungsmaterial), aber auch hinsichtlich Lagesicherheit der Platten unter Belastung ungünstiger sind. (Je breiter die Fugen, desto geringer die gleichmäßigere Lastverteilung und Verspannwirkung der Platten untereinander, mit der Folge von unterschiedlichen Plattensetzungen und Plattenwanderungen.)
Ich hoffe, dass damit alle restlichen Unklarheiten beseitigt sind.
Mit freundlichen Grüßen
Frank Moser
Diese Antwort hat mir sehr geholfen. Alle Unklarheiten beseitigt.
Vielen Dank


