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Mängelanmeldung Porphyrplatten vor Garage
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe vor der Garage die Stellplätze erneuern müssen.
Sämtliches Material wurde auf Tiefe ausgebaggert.
2 Drainagen wurden verlegt und mit Kies abgedeckt (20 cm).Danach folgten 26 cm wasserdurchlässige Betontragschicht und darauf 3-5 cm wasserdurchlässiges Splittzementmörtelbett.
Darauf wurden die Porphyrplatten 70/35 x 3 cm (mit Fliesenkleber und Zahnspachtel 8 mm) (65 m2) verlegt.
Nach 14-tägiger Trocknungszeit zeigt sich, dass viele Platten
lose = hohl klingen, oder nur Teile der Platten. Proben von mir an 77 Platten ergaben 33 St. hohl oder teilweise hohl.
Was kann die Ursache sein und müssen die hohl klingenden Platten erneuert werden? Kann die Ursache vom Zahnspachtel herrühren, da in der Anleitung steht, es muss ganzflächig bis max. 0,5 cm dick rückseitig aufgetragen werden.
Sehr geehrter Fragesteller,
ein Hohlklingen einer verlegten Platte (was sich schon bei geringsten Bettungsunterschieden akkustisch bemerkbar macht) für sich alleine ist noch kein aussagekräftiges Symptom für eine mangelhafte Verlegung, Bettung oder Haftung. 100 % Mörtelbettung sind praktisch nicht erreichbar. Insofern sind geringfügige hohlklingende Hohllagen durch die Verlegung nicht notwendigerweise gleich Mängel und dürften auch nicht zu Rissen oder Ablösungen führen.
Wenn allerdings Risse oder Ablösungen bei Belastung entstehen - und dann würde mann ja auch diese Platten aufnehmen - und es zeigt sich, dass größere Hohllagen oder Ablösungen infolge unzureichender Haftung die Ursache waren, dann war dies ein Mangel, der erst später zum Schaden geführt hat.
n Ihrer Schilderung zum Verlegen der Platten lese ich ein bißchen heraus, dass die Porphyrplatten nur rückseitig mit Dünnbettmörtel versehen wurden (sogenanntes "Buttering"-Verfahren). Für Außenbeläge wird in den Merkblättern des Fachverbands des Deutschen Fliesengewerbes das kombinierte Floating und Buttering-Verfahren vorgegeben, wobei der Mörtel nicht nur auf der Rückseite der zu verlegenden Platte, sondern auch auf dem Untergrund mit entsprechendem Zahnspachtel aufgekämmt wird. Nur so kann weitgehende Hohlraumfreiheit gewährleistet werden. Wenn die Verlegung in Ihrem Fall nicht mit dem kombinierten Verfahren geschehen ist, wäre das eine mögliche Ursache für zu große Hohllagen und das Hohlklingen.
Es ist aber auch denkbar, dass Ablösungen und Hohllagen durch unzureichende Mörtelbetterhärtung infolge Wasserentzug durch den Untergrund (wegen z. B. unzureichender Vornässung) oder zu späte Verlegung der Platten (Hautbildung auf dem aufgetragenen Mörtel) entstehen. Dadurch wird die Haftung zum Untergrund reduziert, so dass Ablösungen und Hohllagen entstehen, die dann enstprechend klingen. Dass sie die Hohllagen erst nach 14 Tagen feststellen konnten, deutet ggf. auf diese Ursache hin, da durch Schwinden des Mörtels, Temperatur- und Feuchteunterschiede zwischen Oberfläche und Untergrund in den ersten 2-4 Wochen Verformungen und Beanspruchungen in den Mörtelhaftungsflächen enstehen, die bei nicht ausreichender Haftung zur verzögerten Ablösung führen.
In jedem Fall würde man bei sorgfältiger Begutachtung die beiden Ursachen bei dem Aufnehmen visuelle wahrnehmen können: bei letzterem flächige Ablösungen der Fliese mit Mörtel vom Untergund (bei Buttering-Verfahren) oder der Fliese vom Untergrund mit anhaftendem Mörtel (bei Floating-Verfahren); bei erst genannter Ursache (unzureichende Bettung) sichtbare, große Flächen ohne Bettung/Anhaftung auf Untergrund.
Für den Fall eines Rückbaus lassen Sie mich darauf hinweisen, dass der bei Ihnen gewählte Schichtenaufbau nicht ganz regelgerecht ist. Bei einer Verlegung von Platten im Dünnbettmörtel sollte immer eine etwas dickere Lastverteilungsschicht (Zementestrich nach DIN 18560 mit > 50 mm Dicke)als Untergrund angeordnet werden. Das von Ihnen beschriebene Mörtelbett von 30-50 mm erfüllt diese Anforderungen nicht vollständig. Ansonsten würde man bei einer Verlegung auf mineralischer (Beton-) Tragschicht auf einer wasserdurchlässigen Abdeckung (Lochvlies oder -folie) eine Verlegung direkt im Splitt- oder Zementmörtelbett (30-50 mm dick) vornehmen. Die Plattenfugen würden dann nicht hart mit Mörtel, sondern mit Brechsand, Splitt oder magerem Zementmörtel verfüllt werden (siehe Merkblatt Aussenbeläge des Fachverbands Deutsches Fliesengewerbe im ZDB).
Ich hoffe, dass Sie mit dieser Ferndiagnose erst einmal weiterkommen.
Mit freundlichen Grüßen
Frank Moser
Sehr geehrter Her Moser,
besten Dank für Ihre ausführliche Anwort.
Wie mir der Verlegebetrieb bekannt gibt, werden diese Porphyrplatten, da sie aus chineschischer Produktion stammen, nach dem Verlegen koncav und daher das Hohlklingen. Stimmt das??
Zu Ihrer Antwort: Nachdem die wasserdurchlässige Betontragschicht nach einem Monat ausgetrocknet war, wurde das wasserdurchlässige Zementmörtelbett,3-5cm dick,aufgetragen und mit einer Setzlatte ohne Lehren abgezogen. Das Plasterbett wurde also nicht zum Glätten über 2 Lehren abgezogen.Gleichzeitig wurde die Platte rückseitig
mit PCI-Fliesenkleber mit einem Zahnspachtel aufgezogen und verlegt. Wenn die Platte zu tief lag, wurde sie wieder angehoben und mit trockenem Trasszement unterfüttert,manchmal mehrmals und ein wenig mit einem nassen Schwamm benetzt.
Ist das so nicht korrekt?
Besten Dank für Ihre Antwort !
Mit freundlichen Grüßen
R. Markow
Sehr geehrter Fragesteller,
eine Schüsselung ist mir nur bekannt von Betonwerksteinplatten, die als künstlicher Stein nicht unbeachtlich noch 1 Jahr nach Herstellung schwinden und somit auch schüsseln können. Naturwerksteine wie auch Porphyr, die ja nur geschnitten und geschliffen werden, haben nur sehr geringe Wasseraufnahmen- und abgaben und somit Quell- und Schwindmaße, so dass eine nennenswerte Schüsselung - insbesondere bei 30 mm Plattendicke (steife Platte)eigentlich nicht gegeben sein sollte. Hier würde ich mir von der ausführenden Firma entsprechende schriftliche Nachweise von Lieferanten der geben lassen bzw. bemängeln, dass er Sie nicht auf dieses für Naturwerksteinplatten unspezifische Schüsseln hingewiesen hat, womit Sie als Auftraggeber nicht hätten rechnen können, sofern das überhauopt die Ursache für die Hohllage sein soll. Ob tatsächlich eine Schüsselung der Platten vorliegt, können sie ja mit einer 80 cm Wasserwaage mal selber kontrollieren. Ggf. handelt es sich bei dem möglichen Verwölben der Platten nur um eine Schutzbehauptung der ausführenden Firma.
Was die Verlegung angeht, verstehe ich das jetzt so, dass die rückseitig mit PCI-Mörtel versehenen Platten frisch in frisch auf das frisch abgezogene Zementmörtelbett aufgelegt wurden. Das wäre insofern als kombiniertes Verfahren zu werten, sofern der Zementmörtel in allen Flächen frisch wäre und die Mörtemassen frisch in frisch ausreichende durch das Andrücken vermengt werden. Dennoch wäre für eine Verlegung im Dünnbett (mit späterer Mörtelverfugung) ein ausgehärterter Zementestrich > 50 erforderlich gewesen. Betrachtet man die Verlegung als Verlegung im Mörtelbett auf mineralischer Tragschicht, sollten die Plattenfugen nicht starr verfugt werden (Splitt, Sand etc. Das nachträgliche anheben der Platten und Pudern zum Höhenausgleich ist bei Verlegung im Dünnbettmörtel im kobinierten Verfahren nicht zulässig, da dann die Hohlraumfreiheit und der Verbund nicht gegeben wäre. Aber auch bei einfacher Verlegung im Mörtelbett, ist das nachträgliche Pudern grundsätzlich als kritsich zu werten, da die Haftung zwischen Platte und Mörtelbett nicht gewährleistet wird (Kein Eindringen des Zemetleims in die Plattenoberfläche). Auch das Nachnässen mit dem Schwamm hat keine bessernde Wirkung, da das Zuschlag, Zement und Wasser nicht homogenisiert sind. Es bildet sich eine wassereiche Zementschlämme, die sich in den Mörtelbettvertiefungen anreichert und nach Erhärtung minderfest ist und dort ein geringe Haftung erzeugt. Die an der Oberfläche zurückgelassenen Zuschlagskörner auf denen die Platte dann aufliegt haben keinen Zementleim mehr und somit keine Haftung zur Plattenunterseite.
Natürlich wäre auch eine Verlegung nur im verdichteten Splittbett möglich (ohne Mörtel), aber das ist eine andere Ausführung und Sie müssten klären, was beauftragt worden war.
Mit freundlichen Grüßen
Frank Moser
Diese Antwort hat mir sehr geholfen.
Sehr geehrter Herr Moser, besten Dank für Ihre Antworten, die für mich sehr ausführlich beantwortet sind und mir sehr geholfen haben.
Mit freundlichen Grüßen nach Berlin aus dem schönen Südschwarzwald
kraroma


