Frage

Betriebsstrom für Erdgas-Heizkessel

Einsatz: 25 Euro
Status: Frage geschlossen

Sehe geehrter Experte,
in der Betriebskostenabrechnung unserer Wohnanlage(28 WE) wurden in den Jahren 2005,2006,2007,2008 und 2009 Kosten für den Betriebsstrom in Höhe von ca.586.-,299.-,859.-,601.-und sogar 1.359.-Euro errechnet.Meine Frage wäre:wie kommen derartige Preisschwankungen für Betriebsstrom zustande,wenn der Heizkessel stets unter den gleichen technischen Vorraussetzungen betrieben wird,auf die die Mieter übrigens keinen Einfluss haben.
MfG
XXXXX
(Name vom FeSV-Team gelöscht)

Antwort
geschrieben am: 4. Februar 2011 - 16:02
Dipl.-Ing.
Andreas Bedau
Keplerstraße 8-10
10589
Berlin
Berlin

Sehr geehrter Fragesteller,
zu Ihren Angaben kann ich Ihnen folgende Auskunft geben:
Der Betriebsstrom für eine Heizungsanlage müsste einen relativ konstanten Level aufweisen, so dass es hier keine größeren Abweichungen geben sollte.
Die von Ihnen angegebenen Schwankungen könnten folgende Ursachen haben:
- Es gab Nachberechnungen aus den Vorjahren (z.B. weil Schätzungen mit in die Berechnung eingegangen sind)
- Die Heizungsanlage ist falsch eingestellt (Hohe Schaltfrequenz der Heizungsanlage)
- Evtl. Preiserhöhungen müssen berücksichtigt werden (erklärt eine Erhöhung, nicht aber die Schwankung.
- Es werden weitere Abnehmer versorgt, die unregelmäßig Strom ziehen (Lüftungen, Heizstrahler, etc.)
- Es wird illegal Strom abgezweigt
- Der Zähler könnte defekt sein

Meine Empfehlung an Sie:
Bitten Sie die Hausverwaltung den Schwankungen nachzugehen und diese auf der nächsten WEG Versammlung aufzuklären.

MfG
A. Bedau

Einmalige Nachfrage vom Fragesteller
geschrieben am: 4. Februar 2011 - 17:49

Sehr geehrter Herr Bedau,
zur Klarstellung:Die Wohnanlage ist ein Mietshaus mit 28 Wohneinheiten.Die Vermieterin (eine gem.Wohnbaugesellschaft) begründet den sprunghaften Anstieg der Betriebsstromkosten für 2009 im Vergleich zum Vorjahr mit dem Ableseergebnis des Elektrozwischenzählers -Heizung,was zwar zutreffend ist,aber m.E.lediglich von den tatsächlichen Ursachen dieses um über 100% gestiegenen Stromverbrauchs ablenken soll.
Ich wäre Ihnen daher sehr dankbar für die Beantwortung der Zusatzfrage,welche der von ihnen genannten Ursachen erfahrungsgemäß im konkreten Falle am ehesten in Betracht kämen.
MfG
(Aus dem Kontaktformular übernommen vom FeSV-Team)

Einmalige Antwort des Sachverständigen zur Nachfrage
geschrieben am: 8. Februar 2011 - 17:49

Sehr geehrter Fragesteller,

es wird aus Ihrer Nachfrage nicht ganz klar, ob auch in den vorherigen Jahren der Zwischenzähler abgelesen wurde. Sollte das nicht der Fall sein, kann sich der sprunghafte Anstieg auch aus der langen Ableseperiode erklären.
Ich gehe aber hier davon aus, dass die Abrechnungssumme nur aus der letzten Ableseperiode kommt.
Da offensichtlich durch den Zwischenzähler sichergestellt ist, dass der Strom tatsächlich nur für die Heizung verbraucht wird, so ist festzuhalten, dass dieser Wert sehr hoch ist.
Als Ursachen kann somit eigentlich nur eine falsche Einstellung der Heizung verantwortlich sein. Die Heizung springt zu häufig an, was den Stromverbrauch in die Höhe treibt.
Ich möchte noch erwähnen, dass auch der Zähler defekt sein könnte, dies kommt allerdings sehr selten vor.

Ich würde Ihnen raten weiter auf die Aufklärung dieses Sachverhaltes zu dringen. Eine Überprüfung der Heizungsanlage wäre eine erste adäquate Maßnahme.

MfG
Andreas Bedau

Bewertung der Antwort durch den Fragesteller
5

Aufgrund des dem Sachverständigen zur Verfügung stehenden Sachverhalts ist seine Stellungnahme auch für einen technischen Laien als vollständig und voll überzeugend zu bewerten.